Fenster zur Stadt

Von 1919 bis 2008 wurden in dem ehemaligen Elektrofachgeschäft Lingenfelder in Linden Lampen und elektronisches Zubehör verkauft. Davor war in dem Laden eine Bäckerei, der zugemauerte Ofen befindet sich noch im hinteren Teil. Auch das Viertel um das Geschäft herum hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert. Viele Menschen haben es verlassen, andere, vor allem Immigranten, sind zugezogen.
Das Geschäft wird jetzt für Theater genutzt: hannover mon amour: lingenfelder heißt das Stück, in dem es um die Veränderungen im Leben geht, mit denen die Menschen unterschiedlich umgehen. Martin, der den Elektroladen betreibt, krankt an der neuen Zeit, in der es normal ist, einen neuen Toaster zu kaufen, statt den alten reparieren zu lassen. Seine Frau hat sich längst einem anderen Mann zugewandt, mit dem sie heimlich Lampen aus dem Laden schmuggelt und für die gemeinsame Zukunft verkauft. Dann ist da noch eine etwas verwirrte Kundin, deren Steckdose Martins Stecker magisch anzieht, zwei Räuberinnen, die die Vergangenheit des Ladens plündern, und eine Bäckereiverkäuferin in ihrer gestärkten Schürze als Geist aus eben dieser Vergangenheit. 
Die Geschichte ist dabei gar nicht so wichtig und auch eher banal. Dem Theater Fensterzurstadt gelingt es aber mit Musik- und Lichteffekten und vor allem der geschickten Einbeziehung der Straßen und Passanten vor dem Schaufenster ein unterhaltsames und beeindruckendes Stück zu inszenieren und ihrem Namen damit alle Ehre zu machen.

Fast wie im Theater ging es auch im Sansibar-Zelt auf dem Opernplatz weiter: lauter Selbstdarsteller und schräge Charaktere dort, und man hatte ordentlich zu gucken (und auch zu lästern…).

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