Auf mehr als einem Auge blind

Ich komme sehr häufig am sogenannten „Gerichtparkplatz“ hinter dem Amtsgericht vorbei, ärgere mich jedesmal über diesen Schandfleck und wundere mich, dass Innenstadtgrundstücke, die in anderen Großstädten Millionen wert sind, in Hannover einfach so brachliegen. Erfreut war ich also über die Nachricht, dass die Freifläche demnächst mit einem neuen Justizzentrum bebaut werden soll. Egal, wie das Gebäude dann mal aussehen wird – schlimmer als jetzt kann es nicht werden.

Obwohl ich kein Auto besitze und passionierter ÖPNV-Nutzer bin, wundere ich mich dennoch, mit welcher Lässigkeit die Parkplatzfrage von der Stadt behandelt wird. Ob zusätzlicher Parkraum für 1.700 Mitarbeiter und wahrscheinlich mehrere hundert tagliche Besucher geschaffen wird? Die Stadt wartet einfach mal ab. Der selben Stadt, die sich äußerst restriktiv bei der Umweltplakette gezeigt hat und die sogar überlegt, auf Ausfallstraßen Tempo 40 einzführen, ist es offenbar egal, dass es bei fehlenden Stellplätzen zu steigendem Parkplatzsuchverkehr und wahrscheinlich auch ordnungswidrigem Abstellen von Autos kommen wird – aber Letzteres könnte ja wiederum das Stadtsäckel füllen.

Aber nachdem ich neulich wieder Ewigkeiten an der Fußgängerampel an Vier Grenzen warten musste, nur weil die Stadt keine intelligente Schaltung hinkriegt (und damit meine ich auch eine grüne Welle auf der Podbi), wundert mich gar nichts mehr.

Noch ärgerlicher finde ich allerdings, dass womöglich das wunderschöne Backsteingebäude in der Hinüberstraße dem Neubau weichen muss – jedesmal freue ich mich beim Vorbeigehen über diese Fassade und wundere mich, dass ein so schönes Gebäude keinen Investor findet. Das Land Niedersachsen scheint da anders zu denken – in der Ausschreibung findet das Gebäude keine Erwähnung, was der Investor damit macht, bleibt ihm freigestellt. Da kann man nur hoffen, dass sich der Name der Straße nicht bewahrheitet…

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Eine Antwort to “Auf mehr als einem Auge blind”

  1. Andreas Says:

    Das passt doch wunderbar ins Bild. Ich erinnere nur an die Ernst-August-Galerie. Da macht man sich nun Gedanken, wie man die Fußgängerampel entschärfen/optimieren kann. Konnte ja auch keiner ahnen, dass ein gigantisches Shoppingcenter tatsächlich mehr als drei, vier Besucher anzieht… 😉

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