Archive for the ‘Musik’ Category

Pareidolie

28. Mai 2011

Matt Wagner hat mich angesteckt: Pareidolien gibt es nicht nur auf der Rückseite der Reeperbahn, sondern auch bei der üstra!

üstra-Pareidolie

Aber nicht nur diese blaugesichtige, rosamundige Fratze machte mir während der donnerstagnächtlichen Rückfahrt vom Feinkostladen etwas Angst, sondern auch die kreative Haltetechnik des Fahrers am Hauptbahnhof.

Kreative HaltetechnikNaja, ich bin heil zuhause angekommen – und das Konzert war mal wieder Spitze!

Kellerclub

22. Mai 2011

Nachdem Silke Arp ja leider das Zeitliche gesegnet hat ist ein anderer hannoverscher Kellerclub meine Lieblingslokalität geworden, und obwohl ich ihn inzwischen schon oft besucht habe, ist mir erst gestern aufgefallen, dass er ein wirklich schönes Gewölbe im Eingangsbereich hat…

Vor dem Ansturm

14. April 2011

Gesehen bei Feinkost Lampe vor dem Konzert der bezaubernden Band My Little Pony.

Unser Bundesland bei Nacht

16. Februar 2011

Natürlich ist es nicht wieder Hannovers Schuld, dass ich mein Handy in der U-Bahn verloren habe, so wie es ein Bekannter auf Facebook angesichts einiger weniger netter Postings über diese Stadt vorwurfsvoll fragte. Auch für das Wetter kann Hannover ja nix, und dass ich mit dem Nachtleben zurzeit etwas unzufrieden bin hat auch eher Gründe, für die man die Stadt nicht verantwortlich machen kann/sollte. Nichtsdestotrotz bin ich momentan nicht ganz glücklich und habe Heimweh nach der rheinischen Zweitheimat, in die es mich karnevalsbedingt in zwei Wochen zum Glück wieder verschlagen wird (wobei es wiederum ganz schön schlimm ist, dass man hier Rosenmontag Urlaub nehmen muss…).

Interessant aber, was das hiesige Nachtleben vor 40 Jahren so zu bieten hatte – da wurde das Lokal sogar gleich frei Haus mitgeliefert…

Gefunden bei Konstantin Binder, der auch einen wunderbaren Blog aus der großartigsten Stadt der Welt betreibt. (Nein, damit ist nicht Hannover gemeint…)

Ganz großer Garten

10. Juni 2010

Ich bin sehr froh, dass ich mich trotz Rückenschmerzen gestern abend noch auf den Weg zu den Kunstfestspielen Herrenhausen gemacht habe. Der Rücken hat es mir zwar tatsächlich nicht gedankt, aber dafür konnte ich nicht nur ein vorzügliches Konzert eines der besten Orchester für alte Musik genießen, sondern auch erstmalig das Galeriegebäude von Innen bewundern und vor allem den Großen Garten in der Dämmerung – inclusive Wasserspiele, Beleuchtung und Musikuntermalung. Einfach traumhaft!

Lenamanie

31. Mai 2010

Irgendwie hatte ich es nicht nur erhofft, sondern auch erahnt, dass Lena es schaffen wird. Gefreut habe ich mich trotzdem und auf der privaten Lena-Party entsprechend bis in den frühen Morgen gefeiert. Und das, obwohl sie doch eigentlich nur Zweite geworden ist…

Aber auch wenn ich Interpretin und Lied ziemlich gut finde und für beide sogar erstmalig in meinem Leben telefonisch gevotet habe, fängt mir der Hype jetzt schon ein bisschen an, auf den Keks zu gehen. Sie soll ihren Titel verteidigen? Ich glaube kaum, dass der Welpenbonus nochmal zieht, und wer weiß, wie ausgelutscht das Phänomen Lena nächstes Jahr sein wird (und ob nicht ganz viele kleine Lenas aus Osteuropa an den Start gehen werden).
Der Contest muss nächstes Jahr in Hannover stattfinden, weil das schließlich ihre Heimat ist? Wenn es danach ginge, hätte der diesjährige Grand Prix in Minsk stattgefunden statt in Oslo, und der davor im bekannten Ust-Dschageta in Karatschai-Tscherkessien. Die Hannoveraner nehmen sich da mal wieder ein bisschen zu wichtig – andererseits, wenn Lena jetzt sogar die Nachfolgerin von Horst Köhler werden soll…

Was ich auch ein bisschen traurig finde: der Eurovision Song Contest ist eigentlich ein Komponistenwettbewerb, weshalb die Trophäe auch an den/die Komponisten geht. Früher war das noch deutlicher, als der jeweilige Komponist persönlich das Showorchester dirigieren durfte bzw. musste. Diesmal durften sie (wegen zuwenig Platz) nicht mal mehr mit in den Green Room; bei der Begrüßung der Gewinnerin durch Kronprinzessin und Premierminister standen sie in zweiter Reihe; bei der Sieger-Pressekonferenz dürfen sie die Trophäe gleich mal wieder Lena geben, statt was gefragt zu werden, und ihre Namen kennt wohl auch kein Mensch.

Stattdessen immer an Lenas Seite, beliebter Interviewpartner und heimlicher Co-Star: Stefan Raab, obwohl der meines Wissens keine offizielle Funktion hat. Kein Wunder, dass die Komponisten, wenn man sie denn mal sehen kann, immer so sparsam gucken…

R.I.P. Silke Arp

19. Mai 2010

Silke Arp bricht mal wiederJetzt ist es endgültig: Silke Arp bricht nicht mehr! Die allercoolste Location der Stadt, der allerbeste Club mit der allerbesten Tanzmusik, die einzig wirklich großstädtische Lokalität, die es so auch durchaus in Berlin hätte geben können, hat endgültig ihre Pforten geschlossen, wie ihre allerletzte Mail in gewohnt schräger Manier bestätigt:

Hallo Ihr Lieben,
Was wolln wan tippen als letzte Silkemail?
Historische letzte Worte?
Kohl mit gehacktes?
Wird gehacktes nicht groß geschrieben?
Irre lachend mit tränenden Augen ab…

Silke Arp dicht! Der Schrecken darüber hängt immer noch in den Klamotten, bei den Machern wie beim Publikum. Um mit dem unersetzbaren Schimmelkeller aber nicht die komplette Community zu sprengen, um Besinnungszeit zu gewinnen und auch um weiterhin kleinere (und leisere) Anlässe zum Trinken zu haben, wurde zumindest das ebenerdige Plateau von den ehemaligen Silkes gehalten. Ob es ein Provisorium bleibt, das irgendwann unter der Last der Vergangenheit zusammenkracht (oder an anderen Problemen scheitert) oder sogar der Anfang eines neuen wunderbaren Abenteuers bevorsteht, kann jetzt natürlich niemand wissen. Klar ist jedenfalls: Mit dem Laden, den wir alle kannten und vermissen, hat dieser neue Entwurf (obwohl am gleichen Ort, mit den gleichen Beteiligten) wenig zu tun. Der Name ist also tabu, dieses Kapitel ist leider durch. […]

Daß wir das noch erleben dürfen. Haut die Silke einfach ab. Faselt was von Weltreise, Selbstverwirklichung und dass wir mal selber klarkommen sollten.
Nichts ist ewig. Daß der Laden irgendwann dicht ist, erschien so wahrscheinlich wie der Weltuntergang. Haha, was eine Überleitung.

Zum Glück hat das Netz ein gutes Gedächtnis. Gedenken wir beim Betrachten der Bilder aus der Vergangenheit also der viel zu wenigen schönen Stunden, die wir dort verbrachten, und hoffen wir, dass uns das Picknick am Wegesrand in der Oberwelt noch länger erhalten bleibt, auch wenn es nur ein schaler Ersatz ist…

Reisende soll man nicht aufhalten

21. April 2010

Reisende aus aller Herren Länder – aus Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, England, Frankreich, Polen und Russland – hängen gelangweilt am „Aéroport Charles X.“ herum, denn alle Flüge sind gestrichen. Man vertreibt sich die Zeit mit Lesen, Trinken, Kartenspielen, Singen und vor allem mit allerlei Liebesgeplänkel.
Klingt angesichts der momentanen Flugwetterlage äußerst aktuell – in Wirklichkeit handelt es sich allerdings um den Inhalt der Oper „Il Viaggio a Reims“ von Giacchino Rossini aus dem Jahre 1825! Natürlich spielt das Original-Libretto nicht in einem Flughafen, sondern in einem Gasthof, und die Gestrandeten warten nicht auf ihren Abflug, sondern auf frische Pferde. Der Staatsoper Hannover ist es aber sehr gut gelungen, die eher handlungsarme Oper, die gegen Ende ins Pathetische abgleitet (wurde sie doch anlässlich der Krönung des französischen Königs Karl X. komponiert) intelligent zu modernisieren und äußerst amüsant zu inszenieren. Die landestypischen Klischees der Wartenden werden persifliert, ihre Liebestollheiten karikiert, und die Szenerie des Flughafens wird voll ausgereizt, inklusive Sicherheitshinweisen. Das Libretto wurde behutsam verändert, und auch von den Übertiteln wird kreativ gebraucht gemacht.
Insgesamt eine sehr gelungene, lustige und unterhaltsame Inszenierung, die gesanglich, schauspielerisch und musikalisch ebenfalls keine Wünsche offen lässt. Auch für Menschen, die normalerweise nicht in die Oper gehen, wärmstens zu empfehlen!

Weißes Band und weiße Wand

22. März 2010

Schon erstaunlich, welche Parallelen, aber auch Unterschiede zwei völlig verschiedene Kunstwerke, die ich letzte Woche (endlich) sah, aufweisen können.

In „Das weiße Band“ geht es es (etwas überspitzt gesagt) darum, wie Kinder sich gegen die Unterdrückung und Unmenschlichkeit von Erwachsenen auflehnen. Das titelgebende weiße Band spielt dabei in der Handlung eine eher nebensächliche Rolle. In „Idomeneo“ geht es (wiederum überspitzt gesagt) darum, wie Menschen sich gegen die Unmenschlichkeit und Einflußnahme der Götter auflehnen. Eine weiße Wand kommt dabei weder im Titel noch im Libretto vor, spielt aber in der aktuellen hannoveraner Inszenierung eine entscheidende Rolle.

„Das weiße Band“ ist in glasklarem und sehr schönem Schwarz-Weiß, hat wunderbare, starke Bilder. Der hannoveraner „Idomeneo“ ist fast ausschließlich in Weiß inszeniert, von blutroten Einsprengseln abgesehen, und hat ein äußerst reduziertes Bühnenbild (das eigentlich nur aus der erwähnten weißen Wand besteht, die sich ständig dreht).

„Das weiße Band“ wird von erstklassigen Schauspielern getragen, vor allem in den Kinderrollen. „Idomeneo“ war gesanglich und musikalisch ebenfalls von hoher Qualität.

„Das weiße Band“ hat eine Länge von 138 Minuten, und ich habe mich in keiner davon gelangweilt. „Idomeneo“ war (mit Pause) ungefähr genauso lang, und zwischendurch fiel es mir doch gelegentlich schwer, die Aufmerksamkeit zu halten.

Und zu guter Letzt: Für „Das weiße Band“ habe ich erstmals das Kino am Raschplatz besucht, dass mir sehr gut gefällt. Für „Idomeneo“ war ich zum wiederholten mal in der Oper, die mir nach wie vor sehr gut gefällt.

Ich hoffe, dass mit soviel Weiß die gleichfarbige Jahreszeit endlich beendet ist und ab jetzt Grün vorherrscht!

Lenale

17. März 2010

Als ich noch ein Kind war (also in den Siebzigern) war die Veranstaltung namens Grand Prix d’Eurovision de la Chanson genauso beeindruckend wie ihr Name: nach der Eurovisionshymne, die für Gänsehaut sorgte, erschien vor jedem Lied ein anderer befrackter Dirigent, der mit Beifall begrüßt wurde und mit einem großen Orchester die Sängerinnen und Sänger live begleitete, die ohne viel Brimborium oder Tanzeinlagen in erster Linie sangen – und das auch noch in ihrer jeweiligen Landessprache. Auch die mehrsprachige Punktevergabe fand ich damals sehr faszinierend.

Nachdem dann das Orchester und die Dirigenten weggefallen waren, die Interpreten zunehmend englisch sangen und ihre Auftritte mit Showeinlagen und Tänzerinnen garnierten, nachdem man nur noch vom Eurovision Song Contest sprach interessierte mich der Wettbewerb eigentlich nicht mehr.

Aber dieses Jahr werde ich wohl mal wieder gucken.  Sowohl unsere Sängerin als auch ihr Lied gefallen mir ausgesprochen gut, und ich habe sogar erstmals in meinem Leben „gevotet“. Wenn wir es diesmal nicht unter die ersten Zehn schaffen, sollten wir dem Beispiel Italiens folgen und einfach gar nicht mehr teilnehmen.

Etwas erstaunt war ich allerdings über das Cover zu Lenas Single: das sieht doch sehr nach billigem Euro-Pop aus. Und auch dem Video sieht man sehr an, dass es auf die Schnelle produziert wurde. Das hätte doch die Video-AG der IGS Roderbruch eventuell besser hingekriegt…?