Fußnoten

1. März 2011

Kein Scherz, das Buch gibt es wirklich:Im Vorwort zitiert der Schriftsteller Friedrich Torberg den Minnesänger Süßkind von Trimberg:

Wer adelig sich beträgt, soll mir für edel gelten.

Es handelt sich allerdings um ein Werk des Großvaters unseres Bundesplagiatsministers, und wenn man der Amazon-Rezension glauben darf, hat es ein anderes Kaliber als dessen Machwerk. Überhaupt scheint Opa Guttenberg (der ebenfalls CSU-Bundespolitiker war) ein anderes Verhältnis zu Werten gehabt zu haben und rotiert momentan wahrscheinlich im Grab. Was einiges aussagt über den Zustand des Adels und des Konservativismus in Deutschland…

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Werte

25. Februar 2011

Die laxe Art, mit der gerade die christdemokratische Prominenz mit dem dreisten geistigen Diebstahl umgeht, den einer ihrer Jungstars begangen hat, zeigt eine offensichtliche Missachtung des Leistungsprinzips oder des Respekts vor fremdem (geistigem) Eigentum – von so banalen wie basalen Werten wie Ehrlichkeit einmal ganz abgesehen.

Schon lange, ach was, wahrscheinlich noch nie habe ich in der HAZ einen Artikel gelesen, der mir so sehr aus der Seele gesprochen und meine Gedanken so auf den Punkt gebracht hat wie der heutige Artikel „Prinzip und Parodie“ im Kulturteil. Lieber Karl-Ludwig Baader: Danke dafür und mehr davon!

Unser Bundesland bei Nacht

16. Februar 2011

Natürlich ist es nicht wieder Hannovers Schuld, dass ich mein Handy in der U-Bahn verloren habe, so wie es ein Bekannter auf Facebook angesichts einiger weniger netter Postings über diese Stadt vorwurfsvoll fragte. Auch für das Wetter kann Hannover ja nix, und dass ich mit dem Nachtleben zurzeit etwas unzufrieden bin hat auch eher Gründe, für die man die Stadt nicht verantwortlich machen kann/sollte. Nichtsdestotrotz bin ich momentan nicht ganz glücklich und habe Heimweh nach der rheinischen Zweitheimat, in die es mich karnevalsbedingt in zwei Wochen zum Glück wieder verschlagen wird (wobei es wiederum ganz schön schlimm ist, dass man hier Rosenmontag Urlaub nehmen muss…).

Interessant aber, was das hiesige Nachtleben vor 40 Jahren so zu bieten hatte – da wurde das Lokal sogar gleich frei Haus mitgeliefert…

Gefunden bei Konstantin Binder, der auch einen wunderbaren Blog aus der großartigsten Stadt der Welt betreibt. (Nein, damit ist nicht Hannover gemeint…)

Merz in London

1. Februar 2011

Heute nicht mehr vorstellbar, aber in den 1920er Jahren war Hannover – neben Berlin, Köln, Zürich, Paris und New York – ein Ort revolutionärer Kunstströmungen, ein Zentrum der Avantgarde, eine Hochburg des Dadaismus.

Davon ist leider nicht allzuviel geblieben. Eines der berühmtesten Dada-Werke, Kurt Schwitters‘ Merzbau, hat – wie so vieles andere in Hannover – den 2. Weltkrieg nicht überlebt. Lediglich eine Rekonstruktion im Sprengel-Museum gibt einen ungefähren Eindruck von diesem (im doppelten Wortsinn) schrägen, begehbaren Kunstwerk.

(Es ist, nebenbei gesagt, geradezu erschütternd, wie vielen eingeborenen Hannoveranern weder Schwitters noch der Merzbau bekannt sind – selbst das wunderbare Gedicht an Anna Blume kenne viele nicht. Und leider stößt moderne Kunst in dieser Stadt immer wieder auf Ablehnung – bestes Beispiel dafür sind die Nanas: wird heute damit fleißig geworben, wurden sie bei ihrer Aufstellung 1974 noch von vielen als Verschandelung des Leineufers gesehen. Auch der Glasbau der Nord-LB am Aegi stößt bei vielen Menschen um mich herum unverständlicherweise auf Ablehnung. Aber der aktuelle Hang zur historisierenden Rekonstruktion von Stadtbildern ist ein anderes Thema, das ich an dieser Stelle nicht weiter verfolgen will…)

Der Merzbau ist, wie gesagt, viel zu vielen Hannoveranern kein Begriff. (Auch darüber könnte ich mich auslassen, was viele auf ihre Stadt so stolze Hannoveraner alles gar nicht kennen – vielleicht gibt es dazu später mal einen eigenen Post…). Aber dass Schwitters im Exil zwei weitere Merzbauten in Angriff nahm – einen in Norwegen, einen weiteren in England – war auch mir bis dato nicht bekannt. Deshalb freue ich mich, dass ein in London lebender Ex-Hannoveraner darüber in seinem Blog berichtet!

Die schönste Stadt der Welt

31. Januar 2011

Ich habe keine Ahnung, warum die Süddeutsche Zeitung sich plötzlich so für Köln interessiert, bin aber natürlich sehr erfreut darüber. Das Brauhaus-Gespräch, dass das SZ-Magazin mit Kölner Promis geführt hat, ist durchaus als Lektüre auch für Nicht-Kölner zu empfehlen. Das dazugehörige Preisausschreiben ist leider schon beendet.
Interessant auch, dass der Kölner Dom zum vierten Mal in Folge zur beliebtesten Sehenswürdigkeit Deutschlands gewählt wurde. Mir ist zwar nicht ganz klar, wie die Wahl zustande kam (es sieht mir doch ganz so aus, als hätte man aus vorgegebenen Sehenswürdigkeiten wählen müssen, statt eine freie Wahl zu treffen) und was genau mit „beliebtester“ Sehenswürdigkeit gemeint ist (Will man mal besichtigen? Hat man schon oft besucht? Sieht man immer wieder gerne? Gefällt einem ganz allgemein gut?), aber freuen kann ich mich darüber trotzdem. Und weil ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum das SZ-Magazin ausgerechnet den „Kölner Komiker und Schauspieler Michael Kessler“ zu diesem Ergebnis interviewt, beantworte ich die dort gestellten Fragen einfach mal selbst: Den Rest des Beitrags lesen »

Anti Hannover-Deo

28. Januar 2011

Anlässlich eines aktuellen Hinweises beim Frontbumpersticker hier ein schon etwas älteres „Werbe“-Video:

Drum prüfe, wer sich bindet

21. Januar 2011

Ich arbeite in einer sehr konservativen Branche, und deshalb trägt man – zumindest in meiner Abteilung bzw. auf meiner Ebene – Anzug und Krawatte.
Manche Bekannte bemitleiden mich deswegen, aber ich habe damit kein Problem, im Gegenteil: ich trage gerne Anzüge, und abends kann ich mit der Arbeitskleidung gleichzeitig auch die Gedanken ans Büro ablegen und so den Arbeitstag symbolisch beenden.

Leider unterliegen viele Männer – auch in meiner Firma – dem Irrglauben, dass man mit einem Anzug automatisch gut gekleidet ist. Dem ist ganz und gar nicht so, gibt es doch einige Fallen, in die man dabei tappen kann! Das Schlimmste, was man im Büro leider viel zu häufig sieht, sind Motivkrawatten. Liebe Kollegen, falls ihr das hier lest: Motivkrawatten – egal ob mit Mickey-Mäusen, Uhren, Autos, 1001 Dalmatinern oder was auch immer – gehen gar nicht! Im Karneval vielleicht, beim Kegelausflug oder bei Familienfeiern – im Berufsleben jedoch sind Motivkrawatten ein absolutes No-go! (Außer vielleicht man heißt Werner Porsche und kann quasi seinen Namen als Motiv tragen…)

Warum schreibe ich das hier und was hat das mit Hannover zu tun? Nun, der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler aus Hannover weigert sich, im Bundestag als Schriftführer eine Krawatte zu tragen. Und mal ganz abgesehen von der Frage, ob man sich als Abgeordneter der Würde des Hauses entsprechend kleiden sollte – das Tragen einer Krawatte bedeutet eben nicht automatisch, dass man gut (oder „würdig“) gekleidet ist. Auch wenn ein CDU-Ossi das anders sieht.

Dass es noch schlimmere Krawatten gibt als solche mit Motiv konnte man übrigens unlängst im britischen Unterhaus sehen…

Europe According to Germany

19. Januar 2011

(gesehen bei alphadesigner)

Irgendwas ist immer

12. Januar 2011

Endlich sind die Schneemassen geschmolzen, aber die Hannoveraner sind immer noch nicht zufrieden. Jetzt beschwert man sich über die Flaschen- und Feuerwerksreste von Silvester – ist ja auch wirklich nicht zuviel verlangt, dass die Stadtreinigung diese trotz Schnee- und Eisresten innerhalb von 24 Stunden abräumt. Am besten zusammen mit dem Splitt, den man ins Haus trägt und damit seinen Fußboden ruiniert!

[Ironiemodus off]

Ich persönlich habe Böller, Flaschen und sonstigen Müll in der Silversternacht weggeräumt, und die Schuhe ziehe ich gerade bei diesem Wetter im Wohnungsflur aus  (was für viele Hannoveraner zuviel verlangt oder außerhalb jeder Vorstellungskraft zu liegen scheint). Ich mache mir viel mehr Sorgen um den Dreck, den man weder hört noch sieht noch riecht – meine Wohnung liegt nämlich auf einem der belasteten Grundstücke rund um den De-Haën-Platz.

Zum Glück bin ich nur Mieter und werde (hoffentlich) von den Sanierungskosten verschont bleiben…
Sanierungsgebiet in der List

Zum neuen Jahr

3. Januar 2011

Vergnügungen

von Bertolt Brecht (1954)

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen
Das wiedergefundene alte Buch
Begeisterte Gesichter
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Die Zeitung
Der Hund
Die Dialektik
Duschen, Schwimmen
Alte Musik
Bequeme Schuhe
Begreifen
Neue Musik
Schreiben, Pflanzen
Reisen
Singen
Freundlich sein.