Posts Tagged ‘Feiern’

Der Congress tanzt

14. Februar 2009

sportlerballZweimal hatte ich bereits Gelegenheit, den Kuppelsaal des HCC kennenzulernen – der Ball des Sports war die Dritte und bislang beeindruckendste.
Da meine Anfangsbegleiterin berufsbedingt am VIP-Tisch vor der Bühne Platz nehmen musste, ich aber nur über eine sogenannte „Flanierkarte“ ohne Tischplatz verfügte und die restlichen Begleiter erst später erschienen, tat ich also, was die Karte vorschrieb: Flanieren. Und so konnte ich das gesamte Ausmaß des Congress Centrums erforschen: in Kuppel- und Beethoven-, Blauem, Rotem und Rundem Saal, in Fluren und Foyers wurde – nach dem rund zweistündigen Unterhaltungsprogramm – Musik in sehr schönem, festlich herausgeputztem und lichttechnisch untermaltem Ambiente gespielt. Live und vom Band gab es Jazz, Swing, Blues, Electro, Disco, Pop – leider zwar kein Standard, so dass ich wider Erwarten keinen Walzer tanzen konnte, aber dennoch genug, um sich umgeben von festlich gekleideten Menschen bis in den späten Abend bzw. frühen morgen bestens zu amüsieren. Wiederholung nächstes Jahr keinesfalls ausgeschlossen!

Advertisements

Frohes Neues!

1. Januar 2009

sylvester-drunkZwar haben die Hannoveraner bekanntlich keinen Karneval (zumindest keinen, der diesen Namen verdient), sie versuchen aber redlich, dies durch andere Traditionen des geselligen Beisammenseins wettzumachen. Schützenfest und Fußball hatte ich ja bereits ausprobiert, gestern kam eine weitere dazu: mittäglicher Silvester-Umtrunk in der Altstadt.

Als mein Nachbarskollegenfreund D. mich mittags fragte, ob ich mit in die Altstadt käme, um ein paar Leute zu treffen, war ich davon ausgegangen, dass man sich in einer Kneipe trifft. Von wegen: die halbe Stadt trifft sich (meist nach einem Frühstück in der Martkhalle) in der Knochenhauerstraße zum Frühschoppen, die Kneipen haben Außengastronomie aufgebaut, da sie total überfüllt sind, die Straße wird mit Stimmungsmusik beschallt (wobei das berüchtigte Rote Pferd natürlich nicht fehlen durfte) es wird Sekt, Prosecco und Glühwein getrunken, man nimmt die Eiseskälte stoisch hin, und vor den Damentoiletten bilden sich lange Schlangen, so dass die Herrenklos mit in Beschlag genommen werden („Ich guck auch nicht hin! Und selbst wenn – da gibt’s nichts zu sehen, was ich nicht schon kenne…“ Darauf ich: „Von wegen!“).
Kurz: es herrschten mal wieder köln-karnevalske Zustände in der Stadt. Wenn ich nur nicht so kalte Füße gehabt hätte!
Vor dem abendlichen Raclette mit den Nachbarskollegenfreunden musste man da erst mal wieder etwas ausruhen. Zumal nach Essen und Mitternachtsböllern ganz üble Trinkspiele auf den Tisch kamen – danach wurde der hochgelobte Silvesterverkehr der üstra nicht mehr in Anspruch genommen.

Dafür geht es mir heute allerdings erstaunlich gut! Wobei das Gute an Neujahr ist, dass man nicht aufstehen muss, wenn man keine Lust hat…

Die Bahn feiert

3. Dezember 2008

Die Bahn feiert GeburtstagAlso ich find das ja sehr nett von der Bahn, wirklich – aber so meine Zweifel hab ich dann doch. Ist vielleicht heute jemand Bahn gefahren und kann das bestätigen? Gab es Freibier, Schampus, Kaffee und Kuchen? Waren die Waggons mit Luftballons und -schlangen geschmückt? Gab es Durchsagen auf den Bahnhöfen, haben die Schaffner gesungen und getanzt? Irgendwie wäre dann doch der ganze Bahnverkehr zusammengebrochen, das müsste man doch mitbekommen haben…

Liebe Bahn, ich bin da etwas skeptisch. Trotzdem Danke für die Geburtstagspunkte!

Es weihnachtet sehr

28. November 2008

X-masSchon oft habe ich mich über Kegelclubs und ählich nervige Menschengruppen aufgeregt, die mit Nikolausmützen behelmt gemeinsam über Weihnachtsmärkte ziehen. Gestern nun war unsere Abteilungsweihnachtsfeier, und beim Treffpunkt an der Kröpcke-Uhr stand genau so eine Gruppe herum, die ich geflissentlich zu übersehen versuchte – bis sie mich ansprach, denn es handelte sich um meine Kollegen, und für jeden einzelnen Mitarbeiter hatte der Chef eine Nikolausmütze besorgt! Da blieb mir leider nichts anderes übrig, als dermaßen ausstaffiert die weihnachtliche Pyramide am Kröpcke zu besuchen. Der Glühwein dort glühte keinesfalls, sondern war allenfalls lauwarm und auch ansonsten nicht besonders aromatisch. Meine Stimmung passte sich demzufolge immer mehr der Außentemperatur an. Beim anschließenden Bowlen wurde es auch nicht viel besser, schaffte ich es doch, über die Hälfte aller Würfe in Pumpen zu verwandeln und am Schluss nicht mal halb so viel Punkte zu erreichen wie der Sieger – sehr zum Vergnügen der (zumindest auf der Bowlingbahn glücklicherweise nicht mehr nikolausbemützten) Kollegen.
Essen und Trinken im HBX waren danach wenigsten umsonst und recht lecker, so dass der Abend doch noch einigermaßen vergnüglich endete.
Meine allgemeine Abneigung gegen Weihnachtsfeiern an sich wurde aber nicht gerade geschmälert…

Im hohen Norden

23. November 2008

Nachdem ich die Stadtviertel östlich , südlich und vor allem westlich der Innenstadt inzwischen mehrfach besucht und ausprobiert habe, fehlte mir nur noch das nördliche Viertel, die Nordstadt . Deswegen habe ich den gestrigen Abend, an dem wieder mal keiner Zeit für mich hatte, genutzt, und mich auf eigene Faust in den Norden aufgemacht. Zunächst zum Abendessen im Spandau , dem Szene-Highlight des Viertels. Äußerst cooles Design, sehr leckeres Thai-Curry, eine gute Zeitschriftenauswahl und ein interessantes Herrrenklo (Vorsicht: nicht zu nahe an die Wand treten, sonst wird’s feucht!) ließen den Abend gut beginnen.
Danach ging es zu einer der wenigen hannoveraner Kino-Locations abseits des Mainstreams: dem Kino im Sprengel . Gezeigt wurde "Der große Japaner ", ein äußerst skurriles Mockumentary über den letzten japanischen Superhelden, der einsam und stoisch gegen absurde Riesenmonster kämpft – im Auftrag der Regierung, aber von der Bevölkerung wenig geschätzt. Eine gute Kritik, der ich mich anschließen kann, findet sich hier .
Der Sprengel-Kiez war seinerzeit Schauplatz von Straßenschlachten bei den Chaostagen , wodurch die Nordstadt überregional bekannt wurde. Ein paar Punks hingen vor dem Kino zwar immer noch rum, ansonsten war der Stadtteil eher ruhig und friedlich. Die Gegend um die Lutherkirche ist aber sehr hübsch und käme als Wohngegend durchaus in Frage, zumal Welfen – und Georgengarten nicht weit entfernt sind.

Anschließend traf ich mich mit Kollege M. am Kröpcke, um sich wieder mal am Steintor die Nacht um die Ohren zu schlagen – diesmal allerdings überwiegend in einem anderen Klub als sonst  sowie in weiteren, teils ganz guten , teils grottenschlechten Locations, wo wenigstens die begleitenden Damen so richtig ihre Paartanzfertigkeiten präsentieren konnten…

Zahlenspiele

4. Oktober 2008

Gleich das ganze Leinegold hatten die Kollegen zu ihrem 40. Geburtstag gemietet, und auch von ihren 70 eingeladenen Gästen hatten ziemlich viele abgesagt. Ansonsten gab es wenige Gemeinsamkeiten zu meiner Feier: nicht nur dass der DJ die Charts gleich zweimal rauf- und runterspielte, sondern Nachbar und Kollege D. (der mich einfach mitgeschleppt hatte, obwohl ich die Gastgeber gar nicht kannte) stellte auch richtigerweise fest, wie anders Menschen aussehen können, die enau wie wir um die 40 sind. Und mit „anders“ war älter gemeint. Aber nachdem unser „Krusty“ genannter Kollege vom Flur gegenüber einen runden Geburtstag feierte, ich ihm fast zum 50. gratuliert hätte und dann glücklicherweise vorher erfuhr, dass er ebenfalls 40 wurde, wundert mich gar nichts mehr…

Lebenszeichen

30. September 2008

Es wurde von verschiedenen Seiten zu Recht bemängelt, dass ich mich an dieser Stelle in letzter Zeit etwas rar mache. Das hat nicht unbedingt damit zu tun, dass ich auch ansonsten inaktiv bin – schließlich habe ich erst jüngst noch zwei Tage hintereinander bis in den frühen Morgen gefeiert (einmal dienstlich, einmal privat), ein weiteres örtliches Museum besichtigt, altbekannte, ehemals bekannte und für mich bis dato unbekannte Lokalitäten in Köln besucht, neue kleine und große Locations in Hannover entdeckt und Hamburg einen Besuch abgestattet. Und in der schönsten Location Hannovers war ich auch noch mal.

Zu Berichten gäbe es also schon einiges. Allerdings habe ich in den letzten Wochen ziemlich viel gearbeitet, um alle meine offenen Projekte und Aufgaben vor dem mittlerweile mehr als verdienten Urlaub noch zu erledigen. Da hatte ich abends einfach keine Lust mehr, noch mehr Zeit vor dem Computer zu verbringen.

Und im Oktober wird es vom Bloggen her wohl nicht besser aussehen, denn dann wird der Urlaub endlich angetreten! Der Flug war ja schon länger gebucht, inzwischen habe ich auch ein schönes Hotel in Buenos Aires reserviert und die Überfahrt nach Montevideo organisiert. Und einen Reiseführer konnte ich online auch noch auftreiben. Sogar passende Radiosender zur Urlaubsvorbereitung habe ich gefunden. Ich freu mich schon so!

Vielleicht werde ich ja Gelegenheit finden, live vom Silberfluss zu berichten…

Hannovers fünfte Jahreszeit

13. Juli 2008

Ich wurde gebeten sorgfältig zu prüfen, ob Hannoveraner Schützenfest-Verhältnisse wirklich mit Karneval vergleichbar sind.
Der Auftrag wurde gestern gewissenhaft und ausgiebig ausgeführt. Here are the results of the Cologne jury:

Zunächst einmal zu den Gemeinsamkeiten: man muss lange anstehen, um in eine Lokalität reinzukommen (wenn man nicht, wie wir glücklicherweise, VIP-Karten hat), drinnen ist voll, eng, heiß, laut, feucht-fröhlich, es wird getanzt, getrunken, geflirtet, gesungen und gegrölt.

Nun zu den Unterschieden: dies alles passiert (laut Auskunft einheimischer Begleiter) nur in diesem einen Zelt, der Rest der Stadt und sogar des Schützenplatzes bleibt davon unberührt; es gibt Pils statt Kölsch; es darf nicht geraucht werden, weshalb man die Luft atmen kann; die Musik ist um einiges schlechter und teilweise jenseits der Toleranzschwelle ( die z.B. mit diesem oder diesem Sänger eindeutig überschritten wird); es wird zwar teilweise kölsches Liedgut gespielt (ohne das in Deutschland wohl auf keiner Feier Stimmung erzeugt werden kann), aber zum Schunkeln ist niemand zu bewegen; keiner ruft „Alaaf“, nicht mal „Helau“; das Publikum ist älter, deutlich unattraktiver und unkostümiert (ich fürchte, was manche Niedersachsen da anhatten, war ernst gemeint); und man bekommt problemlos ein Taxi für die Heimfahrt.

Was die Musik und die Gäste betrifft, muss zur Ehrenrettung allerdings gesagt werden, dass deren Qualität am Samstag wohl unterdurchschnittlich war, da das Publikum zum Großteil aus solchen Leuten bestand, die man in New York „Bridge and Tunnel People“ nennt (also quasi die Bergheimer Hannovers). Der Hannoveraner an sich geht traditionell eher Dienstags auf’s Fest und nimmt sich am Mittwoch frei (was meine Begleiter auch schon getan hatten).

Als Fazit könnte man sagen: das Hannoveraner Schützenfest ist mit dem Kölner Karneval natürlich überhaupt nicht vergleichbar, die Niedersachsen wissen aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchaus zu feiern. Wobei deren angeblich so spröde Art in keinster Weise festzustellen war: scherzen in der Schlange vorm Männerklo, Walzer tanzen mit wildfremden Frauen, schäkern mit der Thekenfrau, auf den Tischen tanzen – das alles gibt es hier genauso wie im Rheinland. Vielleicht ist die angeblich so lockere Art der Kölner auch gar nicht so besonders und die sie reden sich da etwas ein, was gar nicht (mehr) zutrifft…

NB: Mein erster Versuch, Lütje Lage zu trinken, war übrigens auch mein letzter. Abgesehen davon, dass es auf Grund der Nachfrage ewig dauert eine zu bekommen und sie beschissen schmeckt, muss ich auch noch erst lernen, wo sich der Schwerpunkt eines damit halbvollen Tabletts befindet, wenn man es auf die Tischkante stellt. Schließlich sollen Bier und Korn im Mund gemischt werden und nicht auf dem Fußboden bzw. meiner Hose…