Posts Tagged ‘Innenstadt’

Pfingstfrühling

23. Mai 2010

Es ist schön, wenn man seinem Besuch, der Hannover schon ein bisschen kennt,  an zwei Tagen seine Lieblingsorte in der Stadt zeigen kann und der dann anschließend ganz angetan ist und – wie viele  andere Menschen auch – das völlig falsche Vorurteil einer unakttraktiven, wenig sehenswerten Stadt revidieren muss. Das Wetter war anfangs dabei keine große Hilfe, machte es doch keinerlei Anstalten, die angekündigten über 20 Grad auch wirklich wahrzumachen – im Gegenteil, es war kalt am Samstag morgen, saukalt, diesig und wenig frühlingshaft. Auch das Vorurteil einer recht verschlafenen Großstadt konnte nicht ganz widerlegt werden. Der Eindruck vom Vorabend am Lister Turm (der sich wegen seiner Lage direkt vor der Tür immer  für ein Auftaktbier anbietet), im Pelikan (wo sich das XII Apostel wieder mal als zwar sehr schöne, aber doch etwas überteuerte Lokalität erwies) und am Wedekindplatz (der erstaunlich wenig Autoverkehr aufwies, was des Verweilen vor dem Lulu noch schöner als ohnehin schon machte), dass auf den Straßen und Plätzen der Stadt nicht wirklich viel los sei, verfestigte sich am Samstag nach einem ordentlichen Lister Frühstück in der Altstadt, wo man die Passanten an zwei Händen abzählen konnte. Am Flohmarkt am Leineufer war es zwar immer noch saukalt, aber deutlich belebter. Das Fest der Kulturen am Neuen Rathaus war noch nicht richtig angefangen, so dass auch der Trammplatz eher leer war – dafür musste man kaum anstehen, um auf die Spitze des Rathausturms zu fahren, und umsonst war es wegen Tag der offenen Tür auch noch! Oben war es dann allerdings wieder so kalt und der Blick eher beschränkt, dass der Aufenthalt sich recht kurz gestaltete. Durch den Maschpark konnte man den Besuch dann zum Maschsee führen, wo das zweiter Großereignis des Wochenendes stattfand: das Drachenbootrennen. Die Temperaturen stiegen langsam, und hinter den Sträuchern der Hotel-Terrassen war man auch etwas windgeschützt, so dass es sich dort recht lange aushalten ließ. Dadurch errreichten wir die Markthalle erst kurz vor der Schließung, so dass sie nicht die gewohnte Menge an Besuchern aufwies. Ab dem Platz der Weltausstellung zeigte sich die Innenstadt jedoch in gewohnter samstäglicher Fülle und somit endlich einer Großstadt würdig. Auch die Auswahl an Geschäften und der schöne Bahnhof stießen auf Anerkennung, und das sehr gute bürgerliche Essen mit anschließendem Fußballgucken in der Kneipe um die Ecke rundeten den Tag angenehm ab.

Am Sonntag zeigte sich dann endlich die Sonne in all ihrer Pracht und machte einen Rundgang durch Linden und die Calenberger Neustadt mit regelmäßiger gastronomischer Einkehr zum Vergnügen! Beim Einstieg in die U-Bahn am Königsworther Platz ließ sich dann feststellen, dass die dritte Großveranstaltung des Wochenendes offenbar sehr gut besucht wurde…

Ein sehr schönes Pfingstfest, trotz meteorologischer Unzuverlässigkeiten, mit vielen netten Stationen in einer erstaunlich leeren Stadt, was ja durchaus Vorteile haben kann.

Fête de la Musique

21. Juni 2009

10 Stunden, 40 Stationen, 200 Bands, 1.500 Musiker – unglaublich, was die Hannoveraner da zur hiesigen Fête de la Musique auf die Beine gestellt haben (einer der größten weltweit)! Und das Wetter hat letztendlich auch mitgespielt. 

Angesichts dieser immensen Auswahl machte es wenig Sinn, sich vorab ein Programm zusammenzustellen, und ich tat gut daran, mich einfach treiben zu lassen und von Bühne zu Bühne, von Station zu Station zu schlendern und dabei so viele unterschiedliche Bands und Künstler wie Marc Pierre Toth, das Royal Basement Ensemble, die Big Band der Universität Hannover, Chief Dosa, Birte und der alltägliche Wahnsinn und die Klazz Brothers zu erleben. Und das war ja nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem Angebot.

Wer da zuhause geblieben ist oder woanders war ist selber Schuld!

Den Faden verloren

20. März 2009

Eigentlich ist der Rote Faden, der quer durch Hannovers Innenstadt zu touristischen Sehenswürdigkeiten führt, eine tolle Idee. Leider ist er – wie ich letzten Samstag mit meinem Besuch aus der alten Heimat erfahren musste – an vielen Stellen verblasst oder sogar unterbrochen. Und zwar natürlich just in den Gegenden, in denen ich mich noch nicht so auskenne. So mussten wir ein paar mal improvisieren und auf eigene Faust eine Richtung einschlagen.

Für’s nächste Mal werde ich mir dann doch die dazugehörige Broschüre besorgen – und zur Vorbereitung gibt’s den Faden jetzt auch interaktiv im Netz. Toll gemacht und empfehlenswert!

Teuer aber gut

9. März 2009

Manchmal lohnt es sich doch, in teuren Fachgeschäften eizukaufen. Wenn bei der nicht gerade günstigen Marken-Reisetasche schon bei der ersten Reise der Griff reißt und man sich auf ein kompliziertes Reklamationsprozedere  und wochenlange Taschenabwesenheit zwecks Reparatur  eingestellt hat, und man von der netten Reklamationsdame dann einfach so eine neue Tasche bekommt – dann kann man das hier ruhig mal lobend erwähnen.

Schuhe und Kaffee

2. Januar 2009

Pünktlich zum Wintereinbruch haben meine guten alten Docs den Geist aufgegeben. Zum Glück hatte ich beim letzten Weihnachtsmarktbesuch in der Altstadt einen interessanten Schuhladen entdeckt, den ich ohnehin mal aufsuchen wollte: im Schuhcaffè gibt es, wie der Name schon andeutet, in schönem Ambiente nicht nur schicke italienische Schuhe (oder solche im Retro-Design) sondern auch sehr leckeren Espresso vom netten Besitzer. Es gibt also nicht nur in Linden coole Läden – und momentan gibt’s auch noch Rabatte wegen Lagerräumung. Also nichts wie hin, und während man Schuhe anprobiert, kann die Begleitung Kaffee trinken und abwarten!

Frohes Neues!

1. Januar 2009

sylvester-drunkZwar haben die Hannoveraner bekanntlich keinen Karneval (zumindest keinen, der diesen Namen verdient), sie versuchen aber redlich, dies durch andere Traditionen des geselligen Beisammenseins wettzumachen. Schützenfest und Fußball hatte ich ja bereits ausprobiert, gestern kam eine weitere dazu: mittäglicher Silvester-Umtrunk in der Altstadt.

Als mein Nachbarskollegenfreund D. mich mittags fragte, ob ich mit in die Altstadt käme, um ein paar Leute zu treffen, war ich davon ausgegangen, dass man sich in einer Kneipe trifft. Von wegen: die halbe Stadt trifft sich (meist nach einem Frühstück in der Martkhalle) in der Knochenhauerstraße zum Frühschoppen, die Kneipen haben Außengastronomie aufgebaut, da sie total überfüllt sind, die Straße wird mit Stimmungsmusik beschallt (wobei das berüchtigte Rote Pferd natürlich nicht fehlen durfte) es wird Sekt, Prosecco und Glühwein getrunken, man nimmt die Eiseskälte stoisch hin, und vor den Damentoiletten bilden sich lange Schlangen, so dass die Herrenklos mit in Beschlag genommen werden („Ich guck auch nicht hin! Und selbst wenn – da gibt’s nichts zu sehen, was ich nicht schon kenne…“ Darauf ich: „Von wegen!“).
Kurz: es herrschten mal wieder köln-karnevalske Zustände in der Stadt. Wenn ich nur nicht so kalte Füße gehabt hätte!
Vor dem abendlichen Raclette mit den Nachbarskollegenfreunden musste man da erst mal wieder etwas ausruhen. Zumal nach Essen und Mitternachtsböllern ganz üble Trinkspiele auf den Tisch kamen – danach wurde der hochgelobte Silvesterverkehr der üstra nicht mehr in Anspruch genommen.

Dafür geht es mir heute allerdings erstaunlich gut! Wobei das Gute an Neujahr ist, dass man nicht aufstehen muss, wenn man keine Lust hat…

Weihnachstmarkt

17. Dezember 2008

Hannover wirbt damit, über drei Weihnachtsmärkte zu verfügen – wobei mir nicht klar ist, warum die Ansammlung von Buden vor dem Bahnhof als solcher bezeichnet wird, die am Kröpcke und dem Platz der Weltausstellung hingegen nicht. Ernstzunehmende Weihnachtsmärkte gibt es also zwei. (Ich spare mir an dieser Stelle den Hinweis, dass Köln über stolze sieben verfügt…). Den in der List hatte ich bereits zweimal besucht, weshalb am Dienstag der in der Altstadt zur Besichtigung anstand.

Die hannoveraner Altstadt ist klein, aber fein (von den in dieser Stadt leider recht häufigen brutalistischen Bausünden, die man auch dort findet, mal abgesehen), und der Weihnachstmarkt ist hübsch beleuchtet und nett geschmückt. Das Angebot der Buden fand ich jedoch sehr ungewohnt. Gefühlsmäßig (ich erhebe keinen Anspruch auf empirische Korrektheit) sah die Verteilung ungefähr so aus:
weihnachtsmarkt
Ausgenommen davon sind der finnische Markt am Ballhof (wo es aber den sehr leckeren Glögi gibt) sowie der Mittelaltermarkt (mit auch recht leckerem Gewürzwein). Und daran, dass es verschiedene „Untermärkte“ gibt, sieht man schon eine Besonderheit des Marktes: er ist ziemlich groß! Und Brötchen mit Ententbraten in Orangensauce  (äußerst lecker!) habe ich auch auf noch keinem anderen Weihnachtsmarkt gesehen…

Doch die Bohne

22. November 2008

starsucksVor einiger Zeit hatte ich mich noch gefreut, dass diese Stadt nicht von der grassierenden Kaffeekettenpest befallen ist. Zu früh gefreut! In der neuen Ernst-August-Galerie hat eine Filiale eröffnet, und die Hannoveraner stehen Schlange! Warum nur? Als gäbe es in dieser Stadt nicht genug andere nette Cafés, wo man sogar am Tisch bedient wird und sich sein Getränk nicht für teuer Geld selbst im Pappbecher an der Theke abholen muss…

Auch sonst ist die Galerie eine durchschnittliche Shopping-Mall mit den üblichen Ketten und ohne besonderen Charme. Ich war jetzt mal da, muss aber wirklich nicht wieder hin.

Durch Raum, Zeit und Hannover

7. September 2008

Die Einlösung meines Gutscheines für die Hannover-Revue stand am Samstag auf dem Plan, und ich konnte auch Kollegin K. dafür begeistern, mich zu begleiten. Beim nachmittäglichen Einkaufsbummel war ich jedoch auch auf das Hoffest des Schauspiels gestoßen, und somit war klar, dass das Abendprogramm spontan erweitert werden musste.

Mit Frau Prof. Dr. Dr. Daniela Frink  ging es zunächst auf eine Tour durch die Innenstadt, auf der Suche nach jemandem, der ihre defekte Zeitmaschine reparieren könne. Dabei traf man auf Charaktere aus verschiedenen Jahrzehnten, die mit ihren Geschichten und Liedern einen interessanten Einblick in den Hannoveranver Alltag der letzten hundert Jahre boten. Danach ließ sich Kollegin K. leicht überzeugen, dem Theaterfest einen Besuch abzustatten. Erst wurde Movieoke geboten, bei der aber weniger das Laienpublikum, sondern wohl eher die versammelte Schauspielschülerschar der Stadt bekannte Filmszenen nachspielte – lustig war’s trotzdem. Dann lauschten wir noch den wirklich guten Guacamole Aqui, die glücklicherweise reichlich Zugaben spielten. Anschließend verabschiedete sich Kollegin K. leider, denn sie war seit frühmorgens shoppen gewesen. Ich aber konnte den gestrigen Plan verwirklichen und endlich der Cumberlandschen Galerie einen Besuch abstatten. Wunderschöne Location und absolut tanzbare Musik!
Der Abend wurde mal wieder lang…

Statt Reisen

18. Juli 2008

Irgendwie war ich vor lauter Arbeit und Alltagserledigungen ja noch nicht dazu gekommen, mir die Innenstadt genauer anzuschauen. Da kam die Innenstadtrallye, die die Firma im Rahmen ihres „Relocation-Service“ anbot, gerade recht.

Zwar ging es etwas hektisch durch die City, so dass ich keine Fotos gemacht habe und mir alle Sehenswürdigkeiten noch mal in Ruhe anschauen muss. Aber jetzt kenne ich sie wenigstens, hab einiges Wissenswertes erfahren, den in Hannover geborenen Erfinder des Dadaismus getroffen, der eindrucksvoll sein Ode an Anna Blume vortrug, mit den sehr netten Teamkollegen (von denen die Hälfte Alteingesessene waren) eine Nana aus Knetgummi modelliert, ein Gruppenporträt erstellt, ein Lied getextet und vorgetragen – und mit einem Punkt Vorsprung dann auch den Sieg errungen. (Ein Gutschein für die neueste Führung, die ich ohnehin mitmachen wollte!)

Ein sehr netter Nachmittag, der nach der Preisverleihung im Gartensaal des Neuen Rathauses bei einem leckeren Büffet ausklang. Es hat allen so gut gefallen, dass wir uns alle auch für die nächste Tour in den Herrenhäuser Gärten anmelden wollen.