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Lenamanie

31. Mai 2010

Irgendwie hatte ich es nicht nur erhofft, sondern auch erahnt, dass Lena es schaffen wird. Gefreut habe ich mich trotzdem und auf der privaten Lena-Party entsprechend bis in den frühen Morgen gefeiert. Und das, obwohl sie doch eigentlich nur Zweite geworden ist…

Aber auch wenn ich Interpretin und Lied ziemlich gut finde und für beide sogar erstmalig in meinem Leben telefonisch gevotet habe, fängt mir der Hype jetzt schon ein bisschen an, auf den Keks zu gehen. Sie soll ihren Titel verteidigen? Ich glaube kaum, dass der Welpenbonus nochmal zieht, und wer weiß, wie ausgelutscht das Phänomen Lena nächstes Jahr sein wird (und ob nicht ganz viele kleine Lenas aus Osteuropa an den Start gehen werden).
Der Contest muss nächstes Jahr in Hannover stattfinden, weil das schließlich ihre Heimat ist? Wenn es danach ginge, hätte der diesjährige Grand Prix in Minsk stattgefunden statt in Oslo, und der davor im bekannten Ust-Dschageta in Karatschai-Tscherkessien. Die Hannoveraner nehmen sich da mal wieder ein bisschen zu wichtig – andererseits, wenn Lena jetzt sogar die Nachfolgerin von Horst Köhler werden soll…

Was ich auch ein bisschen traurig finde: der Eurovision Song Contest ist eigentlich ein Komponistenwettbewerb, weshalb die Trophäe auch an den/die Komponisten geht. Früher war das noch deutlicher, als der jeweilige Komponist persönlich das Showorchester dirigieren durfte bzw. musste. Diesmal durften sie (wegen zuwenig Platz) nicht mal mehr mit in den Green Room; bei der Begrüßung der Gewinnerin durch Kronprinzessin und Premierminister standen sie in zweiter Reihe; bei der Sieger-Pressekonferenz dürfen sie die Trophäe gleich mal wieder Lena geben, statt was gefragt zu werden, und ihre Namen kennt wohl auch kein Mensch.

Stattdessen immer an Lenas Seite, beliebter Interviewpartner und heimlicher Co-Star: Stefan Raab, obwohl der meines Wissens keine offizielle Funktion hat. Kein Wunder, dass die Komponisten, wenn man sie denn mal sehen kann, immer so sparsam gucken…

Lenale

17. März 2010

Als ich noch ein Kind war (also in den Siebzigern) war die Veranstaltung namens Grand Prix d’Eurovision de la Chanson genauso beeindruckend wie ihr Name: nach der Eurovisionshymne, die für Gänsehaut sorgte, erschien vor jedem Lied ein anderer befrackter Dirigent, der mit Beifall begrüßt wurde und mit einem großen Orchester die Sängerinnen und Sänger live begleitete, die ohne viel Brimborium oder Tanzeinlagen in erster Linie sangen – und das auch noch in ihrer jeweiligen Landessprache. Auch die mehrsprachige Punktevergabe fand ich damals sehr faszinierend.

Nachdem dann das Orchester und die Dirigenten weggefallen waren, die Interpreten zunehmend englisch sangen und ihre Auftritte mit Showeinlagen und Tänzerinnen garnierten, nachdem man nur noch vom Eurovision Song Contest sprach interessierte mich der Wettbewerb eigentlich nicht mehr.

Aber dieses Jahr werde ich wohl mal wieder gucken.  Sowohl unsere Sängerin als auch ihr Lied gefallen mir ausgesprochen gut, und ich habe sogar erstmals in meinem Leben „gevotet“. Wenn wir es diesmal nicht unter die ersten Zehn schaffen, sollten wir dem Beispiel Italiens folgen und einfach gar nicht mehr teilnehmen.

Etwas erstaunt war ich allerdings über das Cover zu Lenas Single: das sieht doch sehr nach billigem Euro-Pop aus. Und auch dem Video sieht man sehr an, dass es auf die Schnelle produziert wurde. Das hätte doch die Video-AG der IGS Roderbruch eventuell besser hingekriegt…?