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Mode Macht Erotik

18. Januar 2009

Ziemlich genau vor einem Monat war genau so ein trüber Sonntag wie heute, und genau wie damals nutzte ich ihn auch heute zu einem Museumsbesuch. KörperFormen – Mode Macht Erotik nennt sich die Ausstellung im Historischen Museum zur Reihe Hannover Goes Fashion und machte meine Fünferkarte voll.
Im Gegensatz zu den anderen Ausstellungen wählt diese weniger einen historischen oder künstlerischen, sondern eher einen soziologischen Ansatz und untersucht durchaus sehenswert die gesellschaftlichen, moralischen und genderspezifischen Aspekte von Mode im Laufe der Neuzeit. Besonders interessant für Familien mit Kindern ist die Ergänzungsausstellung Ausgezogen – Aufgehoben, in der man selbst Kleidung aus vergangenen Zeiten anprobieren, eigene Stücke nähen oder Entwürfe von Modedesignern begutachten und kreativ verschönern kann.

Auch die Dauerausstellung des Museums, in der zahlreiche verschiedene Exponate zur Geschichte der Stadt und des Landes Hannover gezeigt werden, ist sehr informativ und sehenswert. Leider schließt das Haus bereits um fünf Uhr, so dass ich diesen Bereich nur durcheilen konnte und eine genauere Besichtigung auf das nächste Mal verschieben musste.

Schick und schrill vs. bieder-humoresk

21. Dezember 2008

Was gibt es an einem grauen, trüben Sonntag Schöneres als einen Museumsbesuch? Zumal ich im Wilhelm-Busch-Museum nicht nur meine Fünferkarte für die Ausstellungsreihe Hannover goes fashion wieder zum Einsatz bringen konnte, sondern dort gleichzeitig ein seltenes Gipfeltreffen stattfand, das sogar im Preis inbegriffen war: Carl Spitzweg und Wilhelm Busch.

Die Modeaustellung kann durchaus als Highlight des Projekts bezeichnet werden. Anhand von Karikaturen, die auch heute noch zum Schmunzeln anregen, und Zeichnungen werden drei Jahrhunderte Modegeschichte lebendig. Kurze Beschriftungen geben Aufschluss darüber, was zu welcher Zeit getragen wurde und wie die Mode zustande kam. Auch Originalkleidung aus verschiedenen Epochen kann bewundert werden. Lehrreich, gut präsentiert und teilweise wunderschön – was kann man mehr von einer Ausstellung erwarten?

Ähnliches gilt auch für die Doppelausstellung Spitzweg – Busch. Man kann nicht nur einige der berühmtesten Bilder des deutschen Biedermeiermalers und Originalzeichnungen des berühmten Zeichners bewundern, es werden auch erstaunliche Parallelen zwischen Beiden aufgezeigt und interessante unbekannte Facetten der Künstler präsentiert. Ebenfalls sehenswert!

DRESSing the MESSAGE

11. November 2008

dressingthemessageNach einer lohnenswerten Visite eines Kölner Museumshighlights am Sonntag folgte heute bereits der nächste Ausstellungsbesuch, diesmal in Hannovers Aushängeschild für moderne Kunst, dem Sprengel-Museum. Meine Fünferkarte für die Ausstellungsreihe Hannover goes fashion war erst zu zwei Fünfteln verbraucht, und da das Jahr schon fast um ist, die Reihe sich dem Ende zuneigt und ich eine Ausstellung bereits verpasst habe, beschloss ich, den langen Museumsdienstag zu nutzen und die „Transformationen von Kunst und Mode“ mal in Augenschein zu nehmen.

Was direkt beeindruckt ist das Gebäude des Sprengel-Museums. Sehr schön am Maschsee gelegen bietet es einen interessanten modernen Kontrast zu Hannovers blauem Auge und umfasst auch eine sehr gute Buchhandlung sowie ein noch zu testendes Restaurant.
Die Ausstellung selbst ist von allen, die ich bislang aus der Reihe gesehen habe, mit Abstand die interessanteste, abwechslungsreichste und herausforderndste. Die Exponate sind – vom gemeinsamen Nenner der Auseinandersetzung mit Mode mal abgesehen – in Form, Stil und Inhalt sehr verschieden und umfassen Bilder, Fotografien, Skultpturen und Installationen. Man muss nicht alle gut finden, man kann nicht alle verstehen, aber dennoch bieten sie eine interessante künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Und die Sammlung vom Sprengel kommt demnächst auch noch dran…

Begehrte Männer

8. September 2008

Hannover Goes Fashion“ heißt ein aktuelles Ausstellungsprojekt, dass zurzeit zehn örtliche Museen, Ausstellungshäuser und Kulturinstitutionen veranstalten. Eine gute Gelegnheit, gleichzeitig ein wenig die Museumslandschaft kennenzulernen!

Gestartet bin ich gestern mit der Ausstellung „Begehrte Männer – Dresscodes, die die Welt bedeuten“ im Landesmuseum, die recht interessant klang. Das Ergebnis fand ich allerdings eher enttäuschend: ein paar Kleiderpuppen vor ein paar eher wahllose Gemälde zu stellen, um zu demonstrieren was man zu welchem Anlass trägt, fand ich dann doch ein wenig mager.  Von einem Museum erwarte ich schon einen etwas kritischeren Ansatz und mehr Aha-Effekte. Aber vielleicht habe ich mich auch bereits zu viel mit dem Thema beschäftigt, konnte ich doch letztens sogar eine Schneidermeisterin damit verblüffen, dass mir der Begriff „Pattentaschen “ geläufig ist.
Insgesamt wirkte die Ausstellung eher so, als habe man sich am Projekt beteiligen wollen, hatte so recht aber keine Idee wie,  und ein Museumsmitarbeiter kannte dann jemand bei einem großen Herrenausstatter , und so hat man dann was zusammengeschustert. Die Anzüge sind zwar äußerst sehenswert, aber dafür kann man auch in der Ernst-August-Stadt einen Schaufensterbummel machen.

Sehenswert und den Eintritt wert ist allerdings das Landesmuseum an sich: ein sehr schöner, riesiger Bau, in dem nicht nur eine äußerst umfangreiche Gemäldegalerie untergebracht ist, für deren intensiven Besuch man mehrere Tage, wenn nicht Wochen bräuchte, sondern darüber hinaus noch ein Sammelsurium anderer Exponate zu Archäologie, Zoologie, Geologie, Völkerkunde und sogar ein Vivarium machen das Landesmuseum zu einer Wunderkammer  barocken Ausmaßes. Irgendwie antiquiert, irgendwie provinziell, aber irgenwie auch sympathisch…