Posts Tagged ‘StreetView’

Streetview Nachtrag

29. November 2010

Weil mich das so geärgert hatte, hab ich mir tatsächlich überlegt, ob ich einfach mal durch die Nachbarschaft laufe und die bei GoogleMaps verpixelten Bilder fotografiere, um die Bilder dann ins Netz zu stellen. Letztendlich hab ich es doch nicht getan: zu kalt, zu wenig Zeit, macht nicht wirklich Sinn, merkt ja eh kaum jemand.

Udo Vetter vom Lawblog hat aber tatsächlich das Problem, über das ich mir theoretisch Gedanken gemacht hatte, und die Konsequenz gezogen.

Ich hingegen habe am Wochenende darauf verzichtet, mit meinem Bekannten, bei dem ich zum Adventskaffee in seine Wohnung im verpixelten Haus eingeladen war, über seine Motive zu diskutieren. Wir hätten wahrscheinlich beide verloren.

Er an Ansehen, ich die Contenance…

Streetview Hannover

19. November 2010

Der FBS wundert sich, dass es in den Blog „überraschend still“ sei zum Thema Streetview in Hannover, deshalb will ich mal meinen Senf dazugeben.
Vorab: ich fand Streetview immer schon super und die Hysterie um das Thema absolut peinlich. Wie faszinierend der Gedanke, virtuell durch alle Großstädte der Welt zu spazieren, Lieblingsplätze noch einmal zu besuchen, kommende Reiseziele vorab zu erforschen!
Wie lächerlich die Befürchtungen, die die Hysteriker vorab geäußert hatten: Datenschutz! Privatsphäre! Einbrecher, die Häuser ausspionieren!!!

Jetzt zeigt sich, dass das ganze viel harmloser ist, als viele dachten. Längst nicht alles Straßen sind zu finden, und die Bilder sind ca. 2 Jahre alt. Was mich aber ärgert: während man die virtuellen Rundgänge durch New York, London oder Paris genießen kann, stößt man in Hannover ständig auf verpixelte Gebäude, die das Vergnügen sehr zweifelhaft machen. Für mich ist StreetView Hannover (und womöglich anderer deutscher Städte, ich hab noch keine anderen angeschaut) damit so gut wie gestorben. Und für andere Nutzer, die sich gerne  mal aus der Ferne die Stadt an der Leine angeschaut hätten, womöglich auch.
Ist ja nicht so, dass die Stadt ein Image-Problem hätte und die Werbung gebrauchen könnte…

Das einzig positive daran: in meinem Haus wohnen offensichtlich vernünftige Menschen, von denen keiner Widerspruch eingelegt hat, denn es ist unverpixelt! Was hätte Google eigentlich gemacht, wenn ich ansonsten Widerspruch gegen die Verpixelung eingelegt hätte? Was hätte schwerer gewogen – das (formaljuristich nicht existente) Recht eines Bewohners auf Datenschutz/Privatsphäre/Kleingeistigkeit, oder mein Recht auf informelle Selbstbestimmung/Öffentlichkeit/Gemeinfreiheit/Vernunft? Würde mich wirklich mal interessieren…