Kölsch und Altstadt

23. Juli 2008 by Smithee

Da ich während meines letzten Köln-Aufenthaltes überhaupt kein Kölsch zu mir genommen habe, war es an der Zeit, das mit den Kölner Kollegen in Hannover nachzuholen. Und was bietet sich da mehr an als die Ständige Vertretung?
Die Lage im futuristischen Gebäude der NordLB ließ bei mir zunächst Skepsis in Bezug auf die kölsche Gemütlichkeit aufkommen, innen ist es aber wirklich urig und nett. Angesichts der endlich wieder milderen Temperaturen haben wir trotzdem den “Biergarten” genutzt, wo wohl die Devise galt: “Draußen nur Kännchen”, weshalb das Sion-Kölsch in 0,3-Liter-Gläsern zum stolzen Preis von 2,75 Euro serviert wurde, so dass das Heimatgefühl sich in Grenzen hielt.
Als es draußen doch zu kühl wurde wechselten wir in die Altstadt,  wo um zehn in den meisten Kneipen schon die Stühle hochgestellt wurden - lediglich in der Bar Celona war noch was los. Ich bin zwar eigentlich überhaupt kein Fan von Systemgastronomie, aber für ein abschließendes Bananenweizen war die Lokalität ganz ok.
Aber wo das Nachtleben in Hannover tobt, das muss noch rausgefunden werden…

Hannover im Zitat 2

21. Juli 2008 by Smithee

Hanover. Was für ein Wort! Kundigen wird der Mund trocken, ihr Magen zieht sich zusammen, das Blut fällt ihnen aus dem Gesicht direkt in die Füße.

Wiglaf Droste

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20. Juli 2008 by Smithee

Diese leere Wand über dem Bett schreit geradezu nach einem Bild:

Hier kommt das Kölnbild hin

Ideal für das schöne Kölnbild, das ich heute beim “Abschiedsbrunch” in Köln geschenkt bekommen habe. Vielen Dank an alle! Auch für die Domain, die ja offensichtlich schon funktioniert…
Wenn ich mal nicht mehr so viel Gepäck habe, werde ich das Bild sowie Hammer und Nägel mit nach Hannover nehmen und zukünftig unter dem Kölner Dom schlafen.

Statt Reisen

18. Juli 2008 by Smithee

Irgendwie war ich vor lauter Arbeit und Alltagserledigungen ja noch nicht dazu gekommen, mir die Innenstadt genauer anzuschauen. Da kam die Innenstadtrallye, die die Firma im Rahmen ihres “Relocation-Service” anbot, gerade recht. 

Zwar ging es etwas hektisch durch die City, so dass ich keine Fotos gemacht habe und mir alle Sehenswürdigkeiten noch mal in Ruhe anschauen muss. Aber jetzt kenne ich sie wenigstens, hab einiges Wissenswertes erfahren, den in Hannover geborenen Erfinder des Dadaismus getroffen, der eindrucksvoll sein Ode an Anna Blume vortrug, mit den sehr netten Teamkollegen (von denen die Hälfte Alteingesessene waren) eine Nana aus Knetgummi modelliert, ein Gruppenporträt erstellt, ein Lied getextet und vorgetragen - und mit einem Punkt Vorsprung dann auch den Sieg errungen. (Ein Gutschein für die neueste Führung, die ich ohnehin mitmachen wollte!)

Ein sehr netter Nachmittag, der nach der Preisverleihung im Gartensaal des Neuen Rathauses bei einem leckeren Büffet ausklang. Es hat allen so gut gefallen, dass wir uns alle auch für die nächste Tour in den Herrenhäuser Gärten anmelden wollen.

I want to ride my bicyle

16. Juli 2008 by Smithee

Auf Dauer geht es in Hannover nicht ohne Fahrrad. Der ÖPNV ist zwar ausgezeichnet (heute hab ich zum ersten Mal eine verspätete Stadtbahn erlebt, und da kam doch tatsächlich eine Durchsage), aber die Eilenriede, der Maschsee, die Ricklinger Teiche, der Mittellandkandal, die Herrenhäuser Gärten, der Deister und, und, und… schreien förmlich nach Radtouren. Deshalb habe ich mir heute ein Gudereit S 15 im Fahrradkontor bestellt - am Montag kann ich es abholen. Jetzt muss nur noch das Wetter wieder besser werden…

Hannover im Zitat 1

15. Juli 2008 by Smithee

Die Hannoveraner sind die Bewohner einer Stadt, einer Großstadt. Hundekrankheiten bekommt der Hannoveraner nie. Hannovers Rathaus gehört den Hannoveranern, und das ist doch wohl eine berechtigte Forderung. Der Unterschied zwischen Hannover und Anna Blume ist der, daß man Anna von hinten und von vorne lesen kann, Hannover dagegen am besten nur von vorne. Liest man aber Hannover von hinten, so ergibt sich die Zusammenstellung dreier Worte: „re von nah“. Das Wort „re“ kann man verschieden übersetzen: „Rückwärts“ oder „zurück“. ich schlage die Übersetzung „rückwärts“ vor. Dann ergibt sich also die Übersetzung des Wortes Hannover von hinten: „Rückwärts von nah“. Und das stimmt insofern, als dann die Übersetzung des Wortes Hannover von vorn lauten würde: „Vorwärts nach weit“. Das heißt also: Hannover strebt vorwärts, und zwar ins Unermeßliche. Anna Blume dagegen ist von hinten wie von vorne: A-N-N-A.
(Hunde bitte an der Leine zu führen.)
Kurt Schwitters

Hannover ist super

14. Juli 2008 by Smithee

- es weiß nur keiner.
Behauptet zumindest ein Kollege in der hiesigen Lokalzeitung: Zum Artikel

Sonntagsspaziergang

13. Juli 2008 by Smithee

Aufgrund gestriger Ereignisse musste ich heute lange schlafen und war zu größeren Aktivitäten nicht fähig. Trotzdem wollte ich das sonnige Wetter nutzen und habe mich zu einem kleinen Spaziergang durch “Europas bedeutendsten Stadtwald” entschieden, der nur ein paar Hundert Meter entfernt liegt. Eigentlich bietet er sich (wie auch der Maschsee und viele weitere Hannoveraner Grüngebiete) für eine Radtour an; leider steht mein Fahrrad mit einem Platten noch in Köln, weshalb ich mir in den nächsten Tagen unbedingt mal anch einem Ersatz umsehen muss

Hier ein paar Impressionen meines heutigen Sonntagsspaziergangs:

Eilenriede

Hannovers fünfte Jahreszeit

13. Juli 2008 by Smithee

Ich wurde gebeten sorgfältig zu prüfen, ob Hannoveraner Schützenfest-Verhältnisse wirklich mit Karneval vergleichbar sind.
Der Auftrag wurde gestern gewissenhaft und ausgiebig ausgeführt. Here are the results of the Cologne jury:

Zunächst einmal zu den Gemeinsamkeiten: man muss lange anstehen, um in eine Lokalität reinzukommen (wenn man nicht, wie wir glücklicherweise, VIP-Karten hat), drinnen ist voll, eng, heiß, laut, feucht-fröhlich, es wird getanzt, getrunken, geflirtet, gesungen und gegrölt.

Nun zu den Unterschieden: dies alles passiert (laut Auskunft einheimischer Begleiter) nur in diesem einen Zelt, der Rest der Stadt und sogar des Schützenplatzes bleibt davon unberührt; es gibt Pils statt Kölsch; es darf nicht geraucht werden, weshalb man die Luft atmen kann; die Musik ist um einiges schlechter und teilweise jenseits der Toleranzschwelle ( die z.B. mit diesem oder diesem Sänger eindeutig überschritten wird); es wird zwar teilweise kölsches Liedgut gespielt (ohne das in Deutschland wohl auf keiner Feier Stimmung erzeugt werden kann), aber zum Schunkeln ist niemand zu bewegen; keiner ruft “Alaaf”, nicht mal “Helau”; das Publikum ist älter, deutlich unattraktiver und unkostümiert (ich fürchte, was manche Niedersachsen da anhatten, war ernst gemeint); und man bekommt problemlos ein Taxi für die Heimfahrt.

Was die Musik und die Gäste betrifft, muss zur Ehrenrettung allerdings gesagt werden, dass deren Qualität am Samstag wohl unterdurchschnittlich war, da das Publikum zum Großteil aus solchen Leuten bestand, die man in New York “Bridge and Tunnel People” nennt (also quasi die Bergheimer Hannovers). Der Hannoveraner an sich geht traditionell eher Dienstags auf’s Fest und nimmt sich am Mittwoch frei (was meine Begleiter auch schon getan hatten).

Als Fazit könnte man sagen: das Hannoveraner Schützenfest ist mit dem Kölner Karneval natürlich überhaupt nicht vergleichbar, die Niedersachsen wissen aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchaus zu feiern. Wobei deren angeblich so spröde Art in keinster Weise festzustellen war: scherzen in der Schlange vorm Männerklo, Walzer tanzen mit wildfremden Frauen, schäkern mit der Thekenfrau, auf den Tischen tanzen - das alles gibt es hier genauso wie im Rheinland. Vielleicht ist die angeblich so lockere Art der Kölner auch gar nicht so besonders und die sie reden sich da etwas ein, was gar nicht (mehr) zutrifft…

NB: Mein erster Versuch, Lütje Lage zu trinken, war übrigens auch mein letzter. Abgesehen davon, dass es auf Grund der Nachfrage ewig dauert eine zu bekommen und sie beschissen schmeckt, muss ich auch noch erst lernen, wo sich der Schwerpunkt eines damit halbvollen Tabletts befindet, wenn man es auf die Tischkante stellt. Schließlich sollen Bier und Korn im Mund gemischt werden und nicht auf dem Fußboden bzw. meiner Hose…

Bummeln in List

12. Juli 2008 by Smithee

Meinen ersten Samstag in Hannover habe ich für einen Bummel über die Lister Meile, die Haupteinkaufsstraße des Stadtteil in dem ich gerade noch so wohne, genutzt. Dabei konnte ich feststellen, dass neben Linden auch die List für mich als zukünftiges Wohnviertel in Frage käme. Wobei sich die Einwohner der beiden Stadtteile nicht besonders grün sind. Für Kölner: während Linden wie eine Mischung aus Ehrenfeld, Sülz und Belgischem Viertel ist, erinnert List mehr an eine Kombination aus Klettenberg und Lindenthal. Die Lister Meile ist mit der Dürener Straße vergleichbar, allerdings als Fußgängerzone.

Danach wurde noch ein bisschen das Bahnhofsviertel erkundet, die Ernst-August-Stadt. Recht schicke Passagen gibt es da, den angeblich besten Herrenaustatter Deutschlands habe ich dabei allerdings nicht entdeckt - aber ich war auch bestimmt nicht das letzte Mal dort.

HIer ein paar Impressionen:

Hannover, 12. Juli 2008